Schienen

16 Stunden Doppelschicht
Ein Schlüssel in der Tür
Der Spiegel schaut mit einem Blick,
der nichts mehr berührt
Streit durchbricht die Raufaser
Dein Haar ist regennass
Er hasst sie; sie ihn noch mehr
Das Licht wirkt seltsam blass

Auf zwei Dutzend Quadratmetern
in grauem Beton
werden Leben gelebt
läuft die Liebe davon
Und zwei Millionen
anderen hier
geht es vielleicht gar nicht so
anders als dir

Bekommen wir was wir verdienen
und was verdienen wir?
Das ist nicht was wir einst wollten,
Wir werden niemals akzeptieren
Wir fangen jetzt an aufzuhören
uns einander zu applaudieren
Weil das nicht ist, was wir einst wollten
werden wir nichts verlieren.

Da war Sehnsucht nach viel mehr
in Netflix ertränkt
Die Beine schwer, die Augen leer
Und die Köpfe abgelenkt
16 Stunden Doppelschicht
Du schließt hinter dir die Tür
Der Mond scheint dir sanft ins Gesicht
doch du bist längst nicht mehr hier

Du stehst am Strand
und hebst den Blick
Du beobachtest die Kräne
Sie gehen vor und du zurück
Laufen wir auf Schienen
und brechen nie aus Ihnen aus?
Wir töten unsere Maschinen
Und die Kräne spenden Applaus


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